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Neue „Green Claims“-Verordnung der EU: Bürstenmarken müssen eine nachhaltige Borstenbeschaffung nachweisen
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- 2025-11-24 01:31:15
EU-Green-Claim-Verordnung: Warum Kosmetikpinselmarken eine nachhaltige Borstenbeschaffung nachweisen müssen
Die neue Green-Claims-Verordnung der EU, die erlassen wurde, um gegen irreführendes Umweltmarketing vorzugehen, verändert die Kosmetikpinselindustrie – insbesondere, wenn es um die Beschaffung von Borsten geht. Ende 2024 zielt die Verordnung auf vage „umweltfreundliche“ oder „nachhaltige“ Kennzeichnungen ab, indem sie von Unternehmen verlangt, solche Behauptungen durch überprüfbare wissenschaftliche Beweise und Prüfungen durch Dritte zu untermauern. Für Bürstenmarken bedeutet dies einen entscheidenden Schwerpunkt: den Nachweis zu erbringen, dass ihre Borstenmaterialien – ob tierischen, synthetischen oder pflanzlichen Ursprungs – wirklich nachhaltig sind.
Tierhaarborsten, die lange Zeit als „natürlich“ oder „biologisch abbaubar“ vermarktet wurden, unterliegen nun einer strengen Prüfung. Gemäß der Verordnung müssen Angaben wie „nachhaltiges Nerzhaar“ Angaben zur Herkunft enthalten: Wurden die Tiere artgerecht gezüchtet? Werden die Haare ohne Schaden gesammelt? Marken, die Ziegen- oder Ponyhaar verwenden, müssen ihre Herkunft auf zertifizierte Farmen zurückverfolgen und eine ethische Behandlung sowie minimale Auswirkungen auf die Umwelt dokumentieren. Für synthetische Borsten, die oft als „vegan“ oder „recycelbar“ gepriesen werden, ist hingegen ein Nachweis über eine kohlenstoffarme Produktion, Recyclingquoten oder die Verwendung von Post-Consumer-Kunststoffabfällen erforderlich. Vage Begriffe wie „ökosynthetisch“ ohne Ökobilanzen werden nun verboten.
Die Auswirkungen auf die Lieferketten sind erheblich. Viele mittelständische Bürstenmarken, die sich früher auf generische Lieferantenaussagen verlassen haben, müssen jetzt ihre Borstenquellen überprüfen. Eine EU-Umfrage aus dem Jahr 2023 ergab, dass es bei 62 % der „umweltfreundlichen Aussagen“ von Kosmetikpinseln an konkreten Beweisen mangelte, wobei bei synthetischen Borsten die biologische Abbaubarkeit oft überbewertet wurde. Die Verordnung ermächtigt die Behörden, Marken, die sich nicht an die Vorschriften halten, mit Geldbußen von bis zu 4 % des Jahresumsatzes zu belegen, ein Risiko, das selbst kleine Unternehmen dazu zwingt, in Transparenz zu investieren.

Wie können sich Marken also anpassen? Priorisieren Sie zunächst zertifizierte Materialien. Bei Tierhaaren können Zertifizierungen wie der Responsible Down Standard (RDS) oder der Global Organic Textile Standard (GOTS) die Nachhaltigkeit bestätigen. Bei Kunststoffen gewährleistet der Global Recycled Standard (GRS) eine recycelte und ethische Produktion. Zweitens: Führen Sie die Rückverfolgbarkeitstechnologie ein: Blockchain-Plattformen ermöglichen es Marken nun, ihre gesamten Reisewege vom Bauernhof bis zur Fabrik abzubilden und den Verbrauchern Echtzeitzugriff auf Beschaffungsdaten zu ermöglichen. Drittens: Zusammenarbeit mit Lieferanten bei Innovationen – einige Hersteller entwickeln pflanzliche Borsten aus Bambusfasern oder Maisstärke, die weniger ressourcenintensiv sind als herkömmliche Materialien.
Die Verordnung stellt nicht nur eine Compliance-Hürde dar; Es ist eine Chance, Vertrauen aufzubauen. Die umweltbewussten Verbraucher von heute (68 % der Schönheitskäufer in der EU laut Euromonitor) verlangen Authentizität. Marken, die proaktiv erstklassige Nachhaltigkeitsberichte teilen – über QR-Codes auf Verpackungen oder spezielle Webseiten – können an Loyalität gewinnen. Kleinere Marken haben zwar möglicherweise Probleme mit den Auditkosten, aber Partnerschaften mit Branchenkonsortien (wie der Sustainable Beauty Coalition) können durch gemeinsame Ressourcen Hürden abbauen.

Letztlich zwingt die EU-Green-Claims-Verordnung die Kosmetikpinselindustrie dazu, über Greenwashing hinauszugehen. Die Beschaffung nachhaltiger Borsten ist mittlerweile nicht nur eine Marketingtaktik, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Marken, die ihre Behauptungen schnell überprüfen, vermeiden nicht nur Strafen; Sie werden den Wandel hin zu einer wirklich transparenten, umweltfreundlichen Zukunft für Schönheitswerkzeuge vorantreiben.

