Seit:2001

„Beauty Sustainability Index“ der EU: Bürstenmarken nach Umweltfreundlichkeit der Borsten bewertet

  • 934 Ansichten
  • 2025-11-28 01:32:08

„Beauty Sustainability Index“ der EU: Wie die Umweltfreundlichkeit von Borsten das Markenranking von Make-up-Pinseln beeinflusst

Der neu eingeführte „Beauty Sustainability Index“ der EU soll die Kosmetikindustrie neu definieren, da Make-up-Pinselmarken nun einer strengen Bewertung auf der Grundlage eines entscheidenden Kriteriums unterzogen werden müssen: der Umweltfreundlichkeit ihrer Pinselborsten. Während die Union ihre Bemühungen verstärkt, Schönheitspraktiken an den europäischen Grünen Deal anzupassen, erweist sich dieser Index als leistungsstarkes Instrument, um die Transparenz zu fördern und Marken zu umweltfreundlicheren Innovationen zu bewegen. Sowohl für Verbraucher als auch für Hersteller ist das Verständnis, wie Borstenmaterialien das Ranking beeinflussen, für die Navigation in der neuen Nachhaltigkeitslandschaft von entscheidender Bedeutung geworden.

EU’s

Der Anfang 2024 eingeführte Index wurde von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit Umweltbehörden und Branchenexperten entwickelt. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus von Kosmetika zu quantifizieren – von der Rohstoffbeschaffung über die Verpackung bis hin zur Entsorgung am Ende der Lebensdauer. Während auch die Verpackung und der CO2-Fußabdruck bewertet werden, sind Bürstenborsten aufgrund ihrer oft übersehenen Umweltauswirkungen überraschend in den Mittelpunkt gerückt. „Borsten sind das Herzstück eines Make-up-Pinsels, und ihre Produktionskette – von der Materialgewinnung bis zum Abfall – hat eine erhebliche ökologische Bedeutung“, bemerkt Clara Dubois, leitende Forscherin bei der Cosmetics Sustainability Task Force der EU.

Warum Borsten? Im Gegensatz zu vergänglichen Hautpflegeprodukten sind Make-up-Pinsel langlebige Werkzeuge, was bedeutet, dass sich die Haltbarkeit und Abbaubarkeit ihrer Materialien direkt auf die Langlebigkeit der Umwelt auswirkt. Die traditionelle Borstenproduktion, die auf nicht erneuerbaren Ressourcen oder nicht nachhaltiger Beschaffung basiert, war lange Zeit ein blinder Fleck. Der Index zielt darauf ab, dies zu ändern, indem er drei Kriterien berücksichtigt: Kohlenstoffintensität (Emissionen aus der Produktion), Zirkularität (Recyclingfähigkeit oder biologische Abbaubarkeit) und ethische Beschaffung (Tierschutz, Arbeitspraktiken).

Synthetische Borsten, einst das Grundnahrungsmittel der Industrie, stehen nun auf dem Prüfstand. Herkömmliche Nylon- oder Polyesterfilamente, die aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden, schneiden aufgrund ihres hohen CO2-Fußabdrucks und ihrer langsamen Zersetzung schlecht ab. Allerdings verändern biobasierte Kunststoffe das Spiel. Marken, die Borsten aus pflanzlichen Polymeren wie Maisstärke oder Zuckerrohr verwenden, verzeichnen steigende Rankings. Diese Materialien werden in Meeres- und Bodenumgebungen innerhalb von 2–5 Jahren biologisch abgebaut, verglichen mit mehr als 450 Jahren bei herkömmlichen Kunststoffen, und verringern die Abhängigkeit von Öl.

EU’s

Natürliche Borsten wie Tierhaare (z. B. Ziegen- oder Eichhörnchenhaar) ergeben ein gemischtes Ergebnis. Obwohl sie biologisch abbaubar sind, werfen sie ethische Bedenken auf: Eine unregulierte Beschaffung kann zu unmenschlicher Landwirtschaft oder der Abholzung von Weideland führen. Der Index bestraft Marken, denen es an rückverfolgbaren, tierversuchsfreien Zertifizierungen mangelt, was viele dazu drängt, auf im Labor angebaute Naturfasern oder Mischungen mit recycelten Materialien umzusteigen.

Recycelte Borsten, ein aufstrebender Stern, erzielen Bestnoten. Diese Filamente werden aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen (z. B. recycelten PET-Flaschen) hergestellt, reduzieren die Menge an Mülldeponien und erfordern 70 % weniger Energie für die Herstellung als Neukunststoffe. Marken, die Borsten aus recyceltem Polyester verwenden, dominieren mittlerweile die obersten Ränge des Index, wobei einige sogar eine „Netto-Null-Borstenbelastung“ erreichen, indem sie verbleibende Emissionen kompensieren.

Die Rankings des Index verändern bereits das Verbraucherverhalten. Eine EU-Umfrage aus dem Jahr 2024 ergab, dass 68 % der Schönheitskäufer jetzt vor dem Kauf die Nachhaltigkeitsbewertung prüfen, und Marken in den unteren 30 % des Index haben einen Umsatzrückgang von 15 % gemeldet. Umgekehrt konnten Marktführer wie GreenBristle, das zu 100 % recycelte Meeresplastikfilamente verwendet, einen Marktanteilszuwachs von 40 % auf den EU-Märkten verzeichnen.

Mit Blick auf die Zukunft soll der Index bis 2026 die Kriterien verschärfen und vorschreiben, dass 50 % der Borstenmaterialien entweder recycelt oder biobasiert sein müssen. Für Hersteller werden Investitionen in Forschung und Entwicklung für Filamente mit geringer Umweltbelastung – etwa Myzelborsten auf Pilzbasis oder aus Algen gewonnene Kunststoffe – von entscheidender Bedeutung sein. „Nachhaltigkeit ist nicht mehr optional“, betont Dubois. „Der Index bewertet nicht nur Marken, er schreibt auch die Regeln dafür neu, wie ‚gute‘ Schönheit aussieht.“

Sozialer Anteil